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Wissenswertes

Die Tahiti-Zuchtperle

 

Die Tahitiperle ist eine dunkle Südseeperle, die in der Pinctada margaritifera cummingii gezüchtet wird. Diese Muschel wird in der Wildnis etwa 20 - 30 cm groß und 30 Jahre alt.

Die Tahitiperle wird oft auch schwarze Perle genannt, doch in Wirklichkeit sind die Perlen nur selten schwarz und zeigen eine reiche Palette phantastischer Farben wie silbergrau, grüngrau, blaugrün, gelbgrün, bronzefarben und aubergine.

Gezüchtet werden diese Perlen in Französisch Polynesien, aber nicht in Tahiti, dem administrativen und wirtschaftlichen Zentrum. Sie wachsen in entlegenen, von Korallenriffen geschützten, Lagunen heran. Zum Beispiel auf den Gambier Inseln, etwa 1500 km südöstlich von Tahiti oder 500 km nordöstlich von Tahiti auf dem Tuamotu Archipel.

Nur Perlen aus Französisch Polynesien dürfen Tahiti-Perlen genannt werden.

Auch auf den Cook Islands und den Fidji Inseln werden dunkle Perlen in der Pinctada margaritifera cummingii gezüchtet. Sie dürfen sich aber nicht Tahitiperlen nennen. Der Name ist beschränkt auf den Herkunftsort Französisch Polynesien.

Geschichte

Tahitimuschel: Pinctada margaritifera cummingii

Das dunkel umrandete grau schillernde Perlmutt der Schalen dieser Muschel hat die Europäer schon früh begeistert. Das hatte zur Folge, dass die ursprünglich reichen Vorräte an Pinctada margaritifera cummingii in Französisch Polynesien schon Mitte des 19 Jahrhunders erschreckend dezimiert waren. Im 20 Jahrhundert konnte man mit Konservierungs- und Aufzuchtprogrammen den Erhalt der Muschelpopulation sichern.

Zum ersten Mal wurden runde Tahitiperlen in den 60iger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgreich gezüchtet. Aber erst Mitte der 70iger Jahre tauchten nennenswerte Mengen auf dem Weltmarkt auf.

Bis zu diesem Zeitpunkt kannte man dunkle Perlen nur als gefärbte Akoyaperlen. Das Gemmologische Institut von Amerika untersuchte Tahitiperlen und bestätigte, dass die dunkle Farbe natürlich ist. Dies war der Beginn einer sehr erfolgreichen Vermarktung von Tahitiperlen. Sie verlief so erfolgreich, dass die Nachfrage zunächst nicht befriedigt werden konnte, was die Preise in die Höhe trieb. In den 80iger Jahren kosteten dunkle Tahitiperlen mehr als weiße und goldene Südseeperlen. Die Folge war, dass immer mehr Farmen entstanden, die Produktion von Tahitiperlen stieg enorm an, die Qualität aber vielfach vernachlässigt wurde. Das Ergebnis war ein Preisverfall und viele Farmen mussten aufgeben.

Maßnahmen der Regierung

1999 etablierte die Regierung von Französisch Polynesien eine Reihe von Maßnahmen, die die Produktion der Tahitiperle reduzieren und ihre Qualität steigern sollte. Kontolliert werden seither die Zulassung von neuen Farmen und die Anzahl der zur Bekernung freigegebenen Muscheln. Farmer erhalten eine Ausbildung und Zertifizierung in Perlenzucht und Vermarktung.

Eine weitere Auflage der Regierung ist, dass alle Tahitiperlen vor dem Export geröntgt werden. Sie müssen mindestens eine Perlmuttschicht von 0,8 mm haben, sonst werden sie vernichtet. Auf diese Weise wurde die Qualität der Tahitperle gesichert und das Verbrauchervertrauen wieder hergestellt.

Muscheln zur Zucht

Die Muscheln zur Zucht gewinnt man in Französisch Polynesien, indem man in der Zeit, in der die Muscheln laichen, im Wasser an geeigneten Stellen Kollektoren installiert, an denen die winzigen Larven sich festsetzen. 6 - 9 Monate später haben sich bis zu 5 cm große Muscheln entwickelt. Sie werden vom Züchter eingesammelt und in Körben an Leinen ins Wasser gehängt. In regeläßigen Abständen werden sie gereinigt.

Die Operation

Nach etwa 3 Jahren, wenn die Muscheln 9 - 10 cm groß sind, werden die gesundesten Exemplare ausgesucht und auf die Bekernung vorbereitet. Besonderen Wert legt man auf eine voll entwickelte Gonade, den Geschlechtsteil der Muschel, die den Perlmuttkern aufnimmt.

Ebenso sorgfältig wird die Gebermuschel ausgewählt. Hier wird hauptsächlich Wert auf eine schöne Perlmuttfärbung gelegt. Die Epitelzellen des Mantelgewebes, die man der Zuchtmuschel zusammen mit dem Kern einpflanzt, beeinflusst die Farbe der sich entwickelnden Perle.

Die Beschaffenheit des Kerns spielt für die Perlenqualität eine große Rolle. Er muss rund und ganz glatt sein. Am besten geeignet sind Kerne, geschliffen aus der Perlmuttschale einer bestimmten Süßwassermuschel aus dem Norden der USA.

Der Erfolg der Perlenzucht wird weitgehend bestimmt von der Erfahrung und dem Geschick des Operateurs. Weltweit sind immer noch die Japaner die erfolgreichsten Operateure.

Blitzschnell erfolgt ein kleiner Schnitt in die Gonade des Muscheltieres. Der Operateur wählt sorgfältig die geeignete Größe des Perlmuttkerns. Er soll so groß wie möglich sein, aber er darf nicht so groß sein, dass er die Gesundheit der Muschel gefährdet. Der Durchmesser beträgt in der Regel zwischen 6 und 10 mm.

Nach der Operation

Runde Tahitiperlen in großer Farbenvielfalt

Nach der Operation dauert es einen Monat bis der Schnitt in der Gonade wieder verheilt ist. Die Muscheln werden geröntgt, um festzustellen, ob der Kern noch an der richtigen Stelle sitzt.

Das ist bei etwa 60% der operierten Tiere der Fall. Sie werden in Netzen ins Wasser gehängt. 16 - 24 Monate wird sorgfältig überwacht, ob das Wasser genug Nährstoffe und die richtige Temperatur hat. Außerdem müssen sie vor räuberischen Meerestieren und auch vor Diebstahl geschützt werden.

In der Muschel bildet das eingepflanzte 2 - 3 mm große Gewebeteil um den eingepflanzten Perlmuttkern zunächst einen Perlsack. Die Zellen der inneren Schicht dieser sackartigen Umhüllung scheiden Perlmutt aus, der den Kern in konzentrischen Schichten umgibt. Jeden Tag werden 3 bis 4 solcher Schichten gebildet. Sie sind 0,5 - 1,0 Mikrometer dick. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist fünfzig mal so dick.

In 16 bis 24 Monaten wird auf diese Weise eine Perlmuttschicht von 0,8 - 2,0 mm gebildet. Wenn alles gut verläuft, kann aus einem 6 - 10 mm Kern eine Perle von einem Durchmesser von 10 - 14 mm entstehen.

Gesunde Muscheln werden meist zweimal hintereinander bekernt. Beim zweiten Mal ist der eingessetzte Kern größer als beim ersten Mal, in seltenen Fällen wird die Muschel noch ein drittes Mal bekernt..

Vom 3. bis 7. Lebensjahr ist die Muschel für die Perlzucht am produktivsten und damit am geeignetsten. Sie hat dann eine Größe von 15 - 20 cm. Besonders gesunde Muscheln werden nach dem 7 Jahr wieder in die Lagune gesetzt um sich fortzupflanzen und ihre Gene an neue Muschelgenerationen weiterzugeben.

 

 

 

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